PannArch
Verein zum Schutz und zur Erhaltung archäologischer Güter im Burgenland

Die Hallstattzeit. 800 - 450 v. Chr.

Benannt nach dem bekannten Fundort Hallstatt bildet die Hallstattkultur den ersten Abschnitt der Eisenzeit und erstreckt sich über weite Teile Europas. Innerhalb der Hallstattkultur formen sich durch unterschiedliche Kulturkontakte und bereits vorhandenen Traditionen der Ost- und Westhallstattkreis. Die Kalenderbergkultur stellt eine besondere regionale Ausprägung im Osthallstattkreis dar, diese erstreckt sich in Österreich von Niederösterreich über das Wiener Becken bis hin ins Burgenland und auch in die nördliche Steiermark. Die Keramik mit plastischen Verzierungen, flächigen Knubben oder auch Stierkopfapplikationen sind bezeichnend für die Kalenderbergkultur. Da auf burgenländischen Boden Objekte beider Kulturkreise geborgen werden konnten, kann man davon ausgehen, dass es im Burgenland zu einer Begegnung von Ost- und Westhallstattkreis kommt.

Durch die, bereits in der Urnenfelderzeit einsetzende, Klimaverschlechterung im Subatlantikum verliert die bisher vorhandene Feldwirtschaft an Bedeutung. Viehzucht tritt seither immer mehr in den Vordergrund. Die große Zahl an archäologischen Funden von Spinnwirtel und Webgewichten lassen auf eine ausgeprägte Textilproduktion schließen.

Die Kenntnisse der Eisenverarbeitung breiten sich durch die Griechische Kolonisation aus, und gelangen somit unter anderem nach Mitteleuropa. Durch die Nutzung der zahlreichen Eisenlagerstätten im südöstlichen Alpenraum, kommt es zu einem wirtschaftlichen Aufschwung.

In der Hallstattzeit werden für die Oberschicht, welche ihren Einfluss von den befestigten Höhensiedlungen ausüben, nach ihren Ableben Hügelgräber angelegt. Für die unzähligen Tumuli (Hügel) wurden enorme Erdbewegungen vorgenommen, da die größten heute noch einen Durchmesser zwischen 30m und 55m und eine Höhe bis zu 16m aufweisen. Den Verstorbenen wurde eine Vielfalt an Alltagsgegenständen beigegeben. Bei diesen Objekten handelt es sich beispielsweise um Töpferwaren, Waffen und Trachtbestandteile wie etwa Schmuck.

Durch die Zunahme der Viehwirtschaft und der Eisenproduktion wird der Handel intensiviert, die bereits seit der Urnenfelderzeit bestehenden Höhensiedlungen werden befestigt und ausgebaut. Diese befestigten Höhensiedlungen liegen an wichtigen Verkehrswegen und ermöglichen somit eine Kontrolle des Handels. Im pannonischen Raum gewinnen die Zentren in Purbach, Donnerskirchen, Eisenstadt, Sopron, Velem und Burg an Wichtigkeit und werden massiv ausgebaut. Für eine Intensivierung des Handels und weitrechende Kulturkontakte sprechen nichtheimische Kulturgüter wie etwa Bernstein.