PannArch
Verein zum Schutz und zur Erhaltung archäologischer Güter im Burgenland

Archäologische Zeitleiste

Die moderne Forschung untergliedert die frühe Geschichte der Menschheit heute in einen urgeschichtlichen und einen frühgeschichtlichen Abschnitt. Unter dem Begriff Urgeschichte werden all jene Zeitabschnitte zusammengefasst, aus denen keine schriftlichen Quellen zur Klärung der damaligen Ereignisse vorliegen. Dagegen versteht man unter dem Begriff Frühgeschichte jene Zeiten, aus denen bereits schriftliche Zeugnisse vorliegen, aufgrund ihrer Unzureichlichkeit allerdings auch Bodenfunde zu ihrer Erforschung herangezogen werden müssen. Im österreichischen Raum beginnt die Frühgeschichte mit der römischen Okkupation im Jahr 15 v. Chr., die die Schrift in unser Gebiet brachte und deren Erbe in Form des lateinischen Alphabets bis heute nachwirkt. Im Mittelalter beginnt mit der stetigen Zunahme von schriftlichen Aufzeichnungen der historische Zeitabschnitt, in dem die Bedeutung von archäologischen Funden für die Forschung immer mehr in den Hintergrund tritt.

Seit dem frühen 19. Jahrhundert teilt die Forschung die Urgeschichte nach dem jeweils prägenden Werkstoff in die Steinzeit, die Bronzezeit und die Eisenzeit ein. Eine feinere Gliederung wird meist anhand des Vorkommens bestimmter Formen im archäologischen Fundgut oder der vorherrschenden Bestattungssitte vorgenommen.

Für die Alt- und Mittelsteinzeit liegen aus dem Burgenland bisher keine eindeutigen Belege vor, deshalb ist der erste hier vorgestellte Zeitraum die Jungsteinzeit, die durch die Sesshaftwerdung des Menschen geprägt ist. Die späte Jungsteinzeit ist durch die erstmalige Verwendung von Metallen sowie Veränderungen in der Gesellschaft gekennzeichnet und wird deshalb als Kupferzeit getrennt behandelt. Ihr folgt die Bronzezeit, die nach den Bestattungssitten grob in die frühe Hockergräberbronzezeit, die mittlere Hügelgräberbronzezeit und die späte Urnenfelderbronzezeit unterteilt wird. Als letzter urgeschichtlicher Abschnitt ist die Eisenzeit nach zwei zueinander in der materiellen Kultur stark unterschiedlichen Erscheinungen in die frühe Eisenzeit (Hallstattkultur) und die späte Eisenzeit (Latènekultur) gegliedert.

Mit der Okkupation des Gebietes durch das römische Reich endet die Urgeschichte und eine neue Epoche, die sich stark von den vorhergegangenen unterscheidet, beginnt.

Obwohl erst aus römischer Zeit eine ausgebaute Straße im burgenländischen Gebiet vorliegt, ist auch quer durch die urgeschichtlichen Zeitabschnitte die Nutzung der von Norden nach Süden verlaufenden Verkehrsroute nachweisbar. Teilweise massive Befestigungsanlagen entlang der gesamten Strecke sowie die immer wieder aufgefundenen Importwaren zeugen von dem prägenden Einfluss dieser Fernverbindung auf das Leben der Menschen innerhalb der letzten acht Jahrtausende.